Die Flunder


Ein Wanderer zwischen den Welten, Fisch des Jahres 2017



Fisch des Jahres 2017

  • Ordnung: Plattfische (Pleuronectiformes)
  • Familie: Schollen (Pleuronectidae)
  • Gattung: Platichthys
  • Art: Flunder (Platichthys flesus)
  • Durchschnittliche Länge: 20 – 30 cm, max. 60 cm

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Fisch des Jahres 2017

Abbildungen: Jelger Herder, Janny Bosmann, Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern



Aufgrund der weiten Verbreitung der Flunder wird der globale Bestand der Art von der Weltnaturschutzunion (IUCN) aktuell als „nicht gefährdet“ („least concern“) eingestuft. Dennoch stellen die vielen Barrieren, durch die die Flüsse seit der Industrialisierung verbaut worden sind, langfristig eine Gefahr für das Fortbestehen der Flunderbestände dar. Je nach Lebensphase benötigen die Flundern unterschiedliche Lebensräume. Deshalb sind sie auf eine frei durchwanderbare Verbindung zwischen dem Meer über das Brackwasser ins Süßwasser angewiesen. Die Wanderung der Flundern aus dem Meer in die Flüsse endet heutzutage allerdings am ersten Querbauwerk. Auch die vielerorts installierten Fischtreppen, die Gewässerorganismen ein Überwinden von Hindernissen ermöglichen sollen, können von Flundern in der Regel nicht passiert werden. Erhöhte Fließgeschwindigkeiten sowie das grobe und harte Bodensubstrat, das beim Bau der Anlagen eingebracht wird, sind für Flundern ungünstige Wanderbedingungen. Auch die Verschmutzung der küstennahen Lebensräume sowie die Ausbaggerung von Flüssen wirken sich negativ auf die Flunderpopulation aus.
 
Anhand des komplexen Lebenszyklus der Flunder mit Lebensphasen im marinen Bereich sowie in Brackwasser- und Süßwasserzonen wird deutlich, dass Meere und Flüsse in stetigem Austausch stehende, untrennbar miteinander verbundene Lebensräume sind. Ihr nachhaltiger und gewissenhafter Schutz ist unerlässlich. Die Flunder steht als Fisch des Jahres 2017 stellvertretend für alle Fischarten und Gewässerorganismen, die bedroht werden durch Eingriffe in das natürliche Ökosystemgefüge, wie Quer- und Uferverbau, Regulierungsmaßnahmen, Schadstoffeinträge sowie die Überfischung und Verschmutzung der Küstengewässer.
Klassische Methoden zum Fang von Flundern sind das Brandungsangeln, sowie das Grundangeln im Mündungsbereich großer Flüsse. Häufig werden hierbei Watt- und Seeringelwürmer als Köder angeboten.

Weniger verbreitet, aber immer für eine Überraschung gut, ist das leichte Spinnfischen im flachen Wasser, beispielsweise mit kleinen Gummiködern oder dem sogenannten „Buttlöffel“.

 

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